Eine Schwarzwälder Kirschtorte bekommt man fast an jeder Ecke, selbst ins Ausland hat es der „Blackforrest Cake“ geschafft. Aber was ist eigentlich die original Schwarzwälder Kirschtorte? Ich als Nordlicht kann leider nicht mit einem Familienrezept aufwarten, aber ich habe mich bemüht, ein möglichst originales Rezept zu recherchieren. Fündig geworden bin ich bei der Rezeptschachtel, ein Artikel im Stern fand ich auch sehr hilfreich.
Definition
Interessanterweise ist der deutsche Leitsatz für feine Backwaren zum Thema Schwarzwälder Kirschtorte (nachzulesen bei Wikipedia) gar nicht mal so spezifisch. Danach dürfen es helle oder dunkle Wienerböden oder Biskuitböden gefüllt mit Sahne- oder Buttercreme und Kirschen sein, der Geschmack von Kirschwasser soll deutlich wahrnehmbar sein. Also frei von mir etwas salopp interpretiert, irgendwie eine Kirschtorte mit ordentlich Schnaps kann man schon mal Schwarzwälder Kirschtorte nennen.
Für mich persönlich ist eine Schwarzwäder Kirschtorte eine Torte aus dunklem Schokobiskuit, Kirschen, Schlagsahne und natürlich Kirschwasser. So habe ich die Torte in den meisten Cafés gegessen, so sind auch die meisten Rezepte. Leider haben mir viele Schwarzwälder Kirschtorten bisher nicht geschmeckt, weil sie oft fade, trocken, mit viel zu wenig Kirschen und einem viel zu hohem oder auch überhaupt nicht wahrnehmbarem Anteil Kirschwasser waren. Umso glücklicher war ich, als ich das Rezept von der Rezeptschachtel mit ordentlich Kirschen und einem für mich sehr passendem Anteil Kirschwasser gefunden habe. Ein klein bisschen habe ich das Rezept aus dem Stern noch reingemixt, so dass ich nun mein persönliches Lieblingsrezept gefunden habe.
Diese Schwarzwälder Kirschtorte ist dank einer Tränke aus Kirschsaft, Zucker und Kirschwasser wunderbar saftig. Reichlich Kirschen machen sie schön fruchtig, eine Sahnecreme mit Kirschwasser extra aromatisch. Sie ist damit zart, saftig und cremig – wer daraus eine Motivtorte machen möchte, sollte unbedingt die Hinweise am Ende des Rezeptes beachten. So im Original ist sie nämlich zu weich. Was für eine normal dekorierte Torte funktioniert, funktioniert für eine Motivtorte oder andere üppig dekorierte Torten nicht mehr. Aber viel muss man nicht anpassen, schaut dazu einfach in die Hinweise.
Schwarzwälder Kirschtorte ohne Alkohol?
Eine Frage, die sich dem einen oder anderen vielleicht stellt. Natürlich kann man das Kirschwasser in dem Rezept weglassen und bei der Tränke durch die entsprechende Menge Saft ersetzen – verboten ist das nicht. Wie es aber die Definition schon sagt, in eine Schwarzwälder Kirschtorte gehört nunmal Kirschwasser, was für den typischen unverwechselbaren Geschmack sorgt. Ich würde also eine Schwarzwälder Kirschtorte ohne Alkohol ganz schlicht Schoko-Kirschtorte nennen, ist auch sehr lecker aber eben keine Schwarzwälder Kirschtorte. Macht ja auch nichts, muss es ja nicht sein.
Rezept: Schwarzwälder Kirschtorte
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Verwendete Hilfsmittel
Diese nützlichen Hilfsmittel habe ich für die Torte verwendet – natürlich sind das nur Tipps, selbstverständlich lassen sich auch andere Dinge verwenden. Aber vielleicht findet ihr das eine oder andere ja praktisch 😉
- extrahohe Backform von PME*
- Tortenblitz* – Messer mit Abstandshaltern zum Teilen von Tortenböden
- Tortenring* mit 10cm Höhe
- Messbecher 500ml* von oben ablesbar
- Messbecher klein* aus Silikon
- Winkelpalette groß*
- schwarze Tortenplatte*
- Einmalspritzbeutel*
- Sterntülle*
(*enthält Affiliatelinks/Werbelinks)
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| Zubereitungszeit | 2 Stunden |
| Backzeit | 5 Minuten |
| Wartezeit | 1 Stunde |
| Servings |
Stücke
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- 120 g Mehl
- 1 gestrichener TL Backpulver
- 50 g Zucker
- 1 Prise Salz
- nach Belieben Vanille
- 60 g kalte Butter
- 1 Eigelb
- 6 Eier
- 200 g Zucker
- 1 Prise Salz
- nach Belieben Vanille
- 50 g Speisestärke
- 90 g Mehl
- 60 g Kakao
- 1 TL Backpulver
- 2 Gläser Sauerkirschen Abtropfgewicht je 350g
- 250 ml Kirschaft aus den Gläsern Sauerkirschen
- 2 EL Zucker
- 1 großzügig gehäufter EL Speisestärke
- 1 Msp Zimt
- nach Belieben Vanille
- 5 EL Kirschwasser Menge nach Geschmack, bei alkoholfreier Variante weglassen
- 100 ml Kirschsaft aus den Gläsern Sauerkirschen
- 100 g Zucker
- 50 ml Kirschwasser Menge nach Geschmack, bei alkoholfreier Variante durch Saft ersetzen
- 1 l Schlagsahne für stabilere Torten vorzugsweise Konditorsahne z.B. von Hansano mit 35% Fett
- 6 Pck Sahnesteif für stabilere Torten Gelatine Fix nach Packungsanweisung
- 5 EL Zucker
- nach Belieben Vanille
- 5 EL Kirschwasser Menge nach Geschmack, bei alkoholfreier Variante weglassen
- 12 Kirschen aus dem Glas oder Belegkirschen
- 150 g geraspelte Schokolade
Mengen
Hier kannst du die Stückzahl- bzw. Portionenzahl ändern.
Wenn du das Rezept von einer Backform zu einer anderen umrechnen möchtest, benutze KuUm. Trage dann die um den Faktor korrigierte Portionenzahl unten ein.
Für eine Torte mit 26cm Durchmesser und 8-10cm Höhe. Der Biskuit wird ca. 6cm hoch bei einem Durchmesser von 26cm. Die Creme ergibt ca. 1600ml, ausreichend für 2 ca. 1cm dicke Schichten Füllung und eine üppige Dekoration mit Sahne. Soll nur gefüllt werden, reicht 3/4 der Menge. Der Kompott ergibt ca. 600ml und ist damit ausreichend für 1 ca. 1cm dicke Schicht.
Zutaten
Mürbeteig
Biskuit
Kompott
Tränke
Sahne
Deko
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- Die Kirschen sorgfältig abtropfen lassen, dabei den Saft auffangen.
- Den Mürbeteig wie hier im Grundrezept mit den genannten Zutaten zubereiten. Den Teig ca. 30min kalt stellen.
- Den Teig direkt auf einem Bogen Backpapier dünn und möglichst rund ausrollen. Mit der Springform einen Kreis ausstechen.
- Den Mürbeteigboden bei 170°C Umluft oder 190°C Ober/Unterhitze ca. 8-10min hell golden backen. Vorsicht, der Mürbeteig bräunt schnell und ist sehr brüchig. Auskühlen lassen.
- Den Biskuit wie hier im Grundrezept mit den genannten Zutaten zubereiten. Auf einem Gitter auskühlen lassen.
- Den Biskuit ggf. begradigen und in drei Böden schneiden.
- Kirschsaft und Zucker aufkochen, bis sich der Zucker gelöst hat. Abkühlen lassen.
- Kirschwasser zufügen - Menge kann nach Geschmack angepasst werden. Ggf. kann mit Saft aufgefüllt werden, so dass insgesamt mind. 200ml Tränke entsteht.
- Speisestärke, Zucker, Vanille und Zimt mischen. Etwas Kirschsaft zufügen und verrühren, so dass ein glatter, dünnflüssiger Brei entsteht.
- Den restlichen Kirschsaft aufkochen. Den Topf vom Herd nehmen und die angerührte Speisestärke einrühren. Anschließend alles unter Rühren erneut aufkochen und ca. 1min köcheln lassen. Der Saft wird dabei deutlich dickflüssiger und wieder klar.
- Die Kirschen in den angedickten Saft geben (Achtung, wirklich nur die Kirschen und nicht noch viel Saft, sonst wird der Kompott zu weich) - dabei 12-16 schöne Kirschen für die Deko später aufschonen. Alles unter vorsichtigem Rühren eine weitere Minute köcheln lassen.
- Den Kompott etwas abkühlen lassen, so dass er nicht mehr heiß ist. Dann das Kirschwasser zufügen - ist der Kompott noch sehr heiß, verfliegt der Alkohol, was natürlich nicht sinnvoll ist. Die Menge kann auch hier nach Geschmack angepasst werden, allerdings sollte nicht mehr Kirschwasser verwendet werden, damit der Kompott nicht zu weich wird. Möchte man einen intensiveren Geschmack, sollte das über eine intensivere Tränke angepasst werden.
- Die Sahne steif schlagen, dabei Zucker, Vanille und Sahnesteif (bzw. Gelatine-Fix) einrieseln lassen. Sahne lässt sich am besten steif schlagen, wenn sie eiskalt ist. Auch die Schüssel und die Rührstäbe sollten kalt sein. Nicht zu lange schlagen, sonst gerinnt die Sahne und es entsteht Butter.
- Kirschwasser vorsichtig untermischen. Auch hier kann die Menge angepasst werden. Weniger geht immer, mehr sollte pro 2 EL mit 1 Pck. mehr Sahnesteif bzw. etwas mehr Gelatine-Fix ausgeglichen werden.
- Etwa 4 gehäufte Esslöffel Sahne in einen Spritzbeutel mit großer Sterntülle füllen und kalt stellen.
- Den Mürbeteigboden mit etwas angedicktem Kirschsaft aus dem Kompott bestreichen. Darauf den obersten Biskuitboden legen und alles mit einem Tortenring umspannen. Falls nötig, den Mürbeteig mit einem scharfen Messer passend zur Torte zuschneiden.
- Den Biskuit mit ca. 1/3 der Tränke beträufeln.
- Den noch lauwarmen Kirschkompott einfüllen und glatt streichen (der Kompott lässt sich warm besser verteilen, aber auch abgekühlt kann man ihn notfalls auf der Torte verstreichen). Die Torte nun ca. 30min kühlen, so dass der Kompott komplett abkühlt.
- Auf dem abgekühlten Kompott ca. 1/3 der Sahne verteilen. Den nächsten Boden auflegen, mit Tränke beträufeln und wieder mit Sahne bestreichen. Für den letzen Boden den untersten Boden umgekehrt verwenden, so hat die Torte einen glatten Abschluss. Auch diesen Boden wieder tränken.
- Die Torte aus dem Tortenring lösen. Anschließend komplett mit Sahne bestreichen. Die Seiten müssen nicht dick deckend bestrichen werden, hier reicht eine dünne Schicht aus.
- Die geraspelte Schokolade an den Rand der Torte drücken. Dazu gibt es mehrere Methode: 1) die Torte vorsichtig schräg halten und Schokolade auf die Handfläche geben. Anschließend vorsichtig an die Torte drücken. 2) Die Schokolade auf einen Löffel geben. Den Löffel an der Torte hoch bewegen und mit den Fingern die Schokolade vom Löffel an die Torte schieben. 3) Eine Zitrone, Orange, Gurke o.ä. anschneiden. Mit der angeschnittenen feuchten Seite in die Schokolade tauchen, dann an die Torte. So wird die Torte mit Schokolade "gestempelt". Probiert, was für euch am besten funktioniert. Ich finde eine Kombination aus 2) und 3) am besten, da ich mich nicht traue, die Torte lange schräg zu halten und es nicht mag, wenn die Schokolade in den Händen schmilzt.
- Mit der beiseite gestellten Sahne im Spritzbeutel 12 oder 16 Tupfen auf die Torte spritzen (12 sind einfacher, da kann man sich eine Uhr vorstellen). Auf jeden Tupfen eine Kirsche legen.
- In der Mitte weitere Schokoraspel verteilen. Falls Sahne übrig geblieben ist, daraus einen Ring oder weitere Tupfen spritzen.
- Die Torte schmeckt frisch, aber sie kann auch gerne ein paar Stunden durchziehen.






13 Antworter auf Rezept für klassische Schwarzwälder Kirschtorte {Video}
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