Das Studium neigt sich dem Ende entgegen, auch meine Freunde haben nun auch die letzten Klausuren bestanden und sind damit scheinfrei. Dann kommt „nur“ noch das praktische Jahr und das Examen… Aber nun soll erstmal die Scheinfreiheit gefeiert werden. Zu diesen Anlass habe ich natürlich eine Torte gebacken.
Wie das so ist, nach einer langen anstrengenden Prüfungszeit weiß man doch einerseits die hilfreichen Bücher zu schätzen, andererseits hat man doch gewisse teils aggressive Vernichtungswünsche. Wer also schon immer seinen Büchern den Garaus machen wollte, sich aber ob der sicheren späteren Wichtigkeit nicht traut, dem sei diese Torte sehr ans Herz gelegt. Mit der Kuchengabel nach Herzenslust in die Bücher hacken, wo kann man das schon?
Für diese Torte habe ich 5 Bücher ausgewählt*, die wir alle in unserem Studium vorwärts und rückwärts gewälzt haben. Natürlich könnte man noch so einige Telefonbücher hinzufügen… Das oberste ist der Herold, die Bibel der Inneren Medizin, die wohl wirklich jeder hat. Auch wenn dieses Buch ganz unscheinbar im Taschenbuchformat daher kommt, enthält es doch sehr kompakt, sehr vollständig und immer aktuell die gesamte Innere Medizin (übrigens in kleiner Schrift auf dünnstem Papier mit fast keinen Bildern). Darunter liegt das Buch „Pharmakologie und Toxikologie“ aus dem Thieme-Verlag. Pharma quält wohl auch jeden Medizinstudenten mit seiner schier unglaublichen Menge an Wirkstoffen, Wirkmechanismen, Nebenwirkungen usw. Glücklicherweise schafft es dieses Buch, alles verständlich und übersichtlich darzustellen. Nun gibt es ja auch die kleinen Fächer, für die so manches Mal das Interesse und fast immer die Zeit fehlt. Möchte man sich noch eben schnell ein paar anschauliche Fakten reinziehen, liegt man mit der Basicsreihe aus dem Elsevierverlag absolut richtig. So manches dieser Hefte landet doch in der „Kurz vor Klausur/Testat/Blockpraktikum-Panik“ im Bücherregal. Hier habe ich mich exemplarisch für Gynäkologie, Bildgebende Verfahren und Pädiatrie entschieden.
Jedenfalls wollte ich sowieso schon immer eine Buchtorte machen. Sehr schnell war mir aber klar, dass ich die Cover nicht per Hand wiedererkennbar in endlicher Zeit nachbasteln kann. Deswegen habe ich mich entschieden, die Cover und Buchrücken ausdrucken zu lassen. Wobei ich übrigens ansonsten nicht so auf Fototorten (und das ist diese Torte ja im Gurnde) stehe, weil ich sie etwas unkreativ finde… Man kann es sich mit ausgedruckten Fotos so schön einfach machen 😉
Für die Buchtorte habe ich eine Biskuitplatte gebacken und diese passend (d.h. etwas kleiner) zugeschnitten. Unter die mittlere Platte habe ich einen Schokomürbeteig gesetzt, damit das Buch gestützt wird. Den Biskuit habe ich dann mit Erdbeerbuttercreme bestrichen. Dabei sollten die Ecken und Kanten möglichst gerade und scharf sein, da jede Biskuitplatte ein Buch im Bücherstapel darstellt. Wobei es so warm war, dass ich mir diese Bemühungen auch hätte sparen können. Spätestens beim Eindecken mit Fondant war die Buttercreme so weich, dass sie fast weggelaufen wäre…
Die Platten habe ich dann einzeln mit Fondant eingeschlagen. Darauf habe ich die gedruckten Buchcover und Buchrücken mit etwas Wasser geklebt. Die Seiten habe ich mit einem Messer eingeritzt.
Dort, wo die Bücher übereinander liegen, habe ich den Fondant aufgeschnitten und entfernt, damit die Torte nicht übermäßig süß wird. Dann habe ich die Bücher übereinander gestapelt und zum Schluss den Scheinfrei-Banner befestigt.
* Die Cover und Buchrücken der genannten Bücher durfte ich freundlicherweise mit Genehmigung von Gerd Herold, dem Thieme-Verlag und dem Elsevierverlag für diese Torte verwenden und in Form entsprechender Bilder veröffentlichen.












12 Antworter auf Buchtorte zur Scheinfreiheit
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