Ich muss ja gestehen, ich bin ein bisschen stolz auf mich, dass ich dieses Zuckerblumengesteck fast ohne Pannen pünktlich fertig gestellt habe. So ein großes Gesteck habe ich noch nie gemacht; auch die Blüten – vor allem der Paradiesvogel – waren Neuland für mich. Aber mit Geduld, noch mehr Geduld und viel Fingerspitzengefühl ging es dann ganz gut.
Schon ganz lange wollte ich ein Gesteck aus dem wunderbaren Buch Alan Dunn Tropical and Exotic Flowers* nachbasteln. Einzelne Blumen hatte ich schon mal gemacht. Aber bisher fehlte aber irgendwie die Gelegenheit und die Zeit für ein ganzes Gesteck- gut, Zeit hatte ich jetzt auch nicht besonders viel. Aber ich wollte mich mit einem persönlichen Geschenk bei jemandem bedanken, der mich in einer nicht ganz einfachen Zeit sehr unterstützt hat. Auch wenn jedes Gesteck in dem Buch auf seine Art und Weise wunderschön und faszinierend echt aussieht, war doch dieses Paradiesvogel-Bouquet ideal.

Nun ja, also habe ich erstmal die Anleitung studiert. Schnell war klar, dass da so einiges auf mich zukommt. Das Gesteck enthält nicht nur relativ viele verschiedene Blumen, sondern auch relativ viele Zweige von jeder Sorte. So habe ich ungefähr 50-60 kleine Lollipop Vine Berries geformt, bemalt und zu Zweigen gebunden. Diese Beeren finde ich übrigens wunderschön, beim Bemalen in den leuchtenden Orange- und Grüntönen muss man einfach gute Laune kriegen!

Dann habe ich etwa 70 kleine, mittlere und große orange Blütenblätter für die Ixia-Zweige ausgestochen und bemalt. Dazu gehörten noch zahllose kleine Blüten, die ich blöderweise auch noch zweimal machen musste. Die ersten waren nämlich zu klein geworden… Nun gut, das Ergebnis hat entschädigt 🙂

Deutlich schneller waren die Zantedeschien gemacht. Beim Bemalen mit Rot, Gelb, Orange und etwas Grün konnte ich mich so richtig austoben. Genauso viel Spaß hat es gemacht, die Cordyline-Blätter in leuchtendem Rot, Pink und Schwarz zu bemalen. Beide Zuckerblumen werde ich sicherlich nochmal für das eine oder andere Gesteck machen!

Ganz viel Geduld habe ich für die Zweige der Pfeffer-Pflanze aufgebracht – 60 kleine Blätter wollten per Hand ausgeschnitten, geprägt und dann aufwändig bemalt werden. Bei diesen Zweigen wurde die Zeit dann langsam knapp…

Zum Schluss habe ich den Paradiesvogel gemacht. Dabei ging leider so einiges schief und ich musste etwas improvisieren, weil es zeitlich wirklich eng wurde. Die orangen Blütenblätter und der dicke grüne Blütenstand sind nämlich aus mir unerfindlichen Gründen nicht getrocknet- so saß ich dann 4 Tage und ohne Wochenende vor „Abgabetermin“ da und musste mir was einfallen lassen. Dem nicht genug, hat mich meine lila Puderfarbe auch grausam im Stich gelassen. Das Lila war nämlich gar nicht lila, sondern eher grau… Weil die Zeit knapp wurde, habe ich deswegen zu Fimo gegriffen. Daraus habe ich sowohl die lila Staubgefäße als auch den Unterbau für den Blütenstand gemacht. Zwar lässt sich Fimo ganz wunderbar im Ofen in 30min trockenen, zum Erstellen filigraner Blüten ist es aber überhaupt nicht geeignet. Es klebt am Non-Stick-Rolling Pin, es lässt sich nicht dünn ausrollen und nur schwer auf Draht ziehen. Irgendwie habe ich es dann aber doch geschafft, halbwegs präsentable Staubgefäße zu machen. Damit war ich dann einen Tag vor „Abgabetermin“ fertig.
Nun musste das Gesteck ja noch gebunden werden. Davor hatte ich am meisten Angst. Es muss ja nur eine wichtige Blüte kaputt gehen, und alles ist verloren… Außerdem habe ich bei meinen anderen Gestecke bisher immer mit Steckschaum gearbeitet. Das hat den Vorteil, dass man die einzelnen Zweige nicht mit Floristenkrepp zu einem großen Strauss binden muss. Man kann ganz in Ruhe die Blumen stecken, evt. wieder ändern und ergänzen. Dank der guten Anleitung und mit etwas Glück ging das Binden dann aber doch ganz gut von der Hand. Ganz so dicht wie die Vorlage habe ich das Gesteck nicht gebunden – ich habe mich einfach nicht getraut, die Blüten so eng zusammenzustecken. Dummerweise blieb für die Fotos dann nur noch das künstliche Licht abends um 23 Uhr oder die Morgendämmerung um 6 Uhr – beides nicht so ideal…
Neben dem Gesteck hatte ich auch noch eine Kleinigkeit zum Essen vorbereitet. Dadurch stellte sich die Frage, wie ich mit diversen Schüsseln und dem Gesteck sicher per Bus und Bahn zum Ziel kommen könnte. Zu allem Überfluss hat es ausgerechnet an dem Tag auch noch geregnet und einige fiese Windböhen waren auch noch unterwegs. Irgendwie hat es aber geklappt und ich habe alles heil zum Ziel bekommen. Nicht nur das, das Gesteck löste auch große Bewunderung und Freude aus. An dieser Stelle also nochmal vielen Dank für alles 🙂


4 Antworter auf Paradiesvogel-Bouquet
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